Mario Tennis Fever: Eine ernüchternde Betrachtung
Mario Tennis Fever wirft Fragen zur Zukunft von Nintendos Sportspielen auf der Switch 2 auf. Obwohl es nicht schlechter als die Vorgänger ist, bringt es auch keine nennenswerten Verbesserungen mit sich. Die Mechaniken sind solide, jedoch bietet das Spiel außerhalb der Kern-Tennis-Gameplay-Elemente wenig Abwechslung.
Ein überholtes Erlebnis
Nintendos Präsentationsstil zeigt bereits Alterungserscheinungen, wie schon bei Mario Tennis Aces. Im Vergleich zu ähnlichen Titeln wie Golf Story oder LEGO Party wird dies noch deutlicher. Während der COVID-Lockdowns konnten viele Spieler über die Probleme der Mario-Sportspiele auf der Switch 1 hinwegsehen, da Nintendos Fokus auf familienfreundlichen Partyspielen lag.
Doch jetzt, mit einem Preis von 70 Dollar, wirkt ein Spiel wie Fever einfallslos und uninspiriert.
Ein mühsamer Abenteuer-Modus
Der Einzelspieler-Kampagnenmodus bietet eine Reihe von disconnected Vignetten, die kaum Freude bereiten. Das Spiel führt die einzelnen Minispiele mit langen, starren Dialogen ein, die in einem langsam ablaufenden Szenario stattfinden. Übergänge zwischen Missionen erfordern ein unnötiges Wandern durch eine leere Spielwelt, was das Spielerlebnis stark mindert.
Die Fehler des Spiels sind umso frustrierender, da die Entwickler der Serie aus der Vergangenheit hätten lernen können. Der Abenteuer-Modus fühlt sich an wie Füllmaterial ohne Substanz und Engagement vonseiten der Designer.
Deshalb bleibt die Solo-Erfahrung so flach
Im Turniermodus gibt es einige Cups für Einzel- und Doppelwettkämpfe, während Trial Towers ähnliche Herausforderungen bietet. Leider führt auch dieser Modus zu mehr Füllmaterial und wiederholt das, was bereits im Abenteuer-Modus gesehen wurde.
Tennis bleibt unterhaltsam
Trotz aller Kritik bietet das Tennis-Gameplay eine unterhaltsame Erfahrung. Die Grundlagen sind gut umgesetzt, was die Bewegungsfreiheit von Mario und seinen Freunden betrifft. Das Spiel schafft es, spannende Tennis-Matches zu generieren. Die Charaktere sind hinsichtlich ihrer Statistiken vielseitiger als in der Vergangenheit, was jeden Spieler im umfangreichen Roster wertvoll macht.
Online-Matches bringen zusätzliche Abwechslung in das Spielerlebnis. Fever bietet „Special Matches“, die die Partie beleben. Dennoch bleibt der traditionelle Tennis-Modus das Herzstück des Spiels und erfüllt die Erwartungen weitestgehend.
Die Frage nach der Modernisierung
Die neuen „Fever-Rackets“ bringen einen interessanten neuen Aspekt ins Spiel. Allerdings scheint die Balance zwischen traditionellen Tennis-Schüssen und den neuen Elementen nicht optimal zu sein, was das Spielgefühl beeinflusst. Die Gefahr, einen Ball aus dem Feld zu schlagen, ist fast nicht vorhanden, was zu einer zu freundlichen Spielerfahrung führt.
Nintendo steht vor der Herausforderung, seine Spiele zu modernisieren und das Preis-Leistungs-Verhältnis zu verbessern. Ein Spiel wie Mario Tennis Fever sollte mehr bieten, als nur grundlegende Mechaniken, um den Preis von 70 Dollar zu rechtfertigen.