Rezension zu „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Alena Schröder
Ich wage zu behaupten, dass Alena Schröder mit ihrem neuen Werk „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ einen wahren emotionalen Leckerbissen geschaffen hat. Schon beim ersten Aufschlagen des Buches war ich von der eingängigen Geschichte gefesselt, die es schafft, Generationen miteinander zu verbinden und das Erbe unserer Vorfahren in greifbare Nähe zu rücken.
In den Wirren des Mai 1945 lernen wir die 14-jährige Marlen kennen, die sich in einer klitzekleinen Schublade eines verlassenen Forsthauses versteckt. Plötzlich entflieht sie dem Grauen und stößt auf eine alte Leinwand, die das Schicksal ihrer und anderer Leben für immer beeinflussen wird. Parallel dazu verfolgt die Handlung die Reise von Hannah Borowski in der heutigen Zeit, die mit ihrem wiederaufgetauchten Vater und dem mysteriösen Erbe ihrer Großmutter konfrontiert wird. Dieser märchenhafte Verlauf zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist nicht nur klug, sondern auch unglaublich berührend.
Die Figuren sind schillernd und vielschichtig, besonders Marlen strahlt Mut und Verwundbarkeit zugleich aus. Man kann kaum anders, als sich mit ihr zu identifizieren – ihre Ängste und Hoffnungen werden so authentisch beschrieben, dass man fast das Gefühl hat, sie persönlich kennenzulernen. Und Hannah? Ihre Herausforderungen scheinen so nachvollziehbar, dass man regelrecht mitfiebert, ob sie dem Schatten ihrer Familie entkommen kann.
Schröders Schreibstil ist wie ein guter, kräftiger Espresso: intensiv, auf den Punkt und doch voll von feinen Nuancen. Ihre Fähigkeit, Emotionen durch Worte zu transportieren, hat mich oft innehalten lassen, um einen Moment länger über die vielschichtigen Beziehungen der Figuren nachzudenken. Die Mischung aus Historie und Gegenwart verleiht der Geschichte eine zusätzliche Dimension.
Kritik? Nun, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass einige Nebenschauplätze etwas mehr in die Tiefe gehen – ein paar Charaktere blieben für meinen Geschmack etwas blass. Aber hey, das ist jammern auf hohem Niveau! Die Hauptgeschichte überzeugt und fesselt in jedem Moment.
Insgesamt ist „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ein Roman, der das Herz rührt und die Gedanken anregen kann. Wer Geschichten über Familie, Erbe und die Suche nach Identität schätzt, wird hier auf seine Kosten kommen. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen und gebe ihm 4 von 5 Sternen! 🌟🌟🌟🌟
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