Rezension zu „Kreidemord“ von Katharina Peters
Wenn ein Buch mit einem Titel wie „Kreidemord“ daherkommt, weiß man sofort: Hier ist Spannung pur angesagt, und genau das hat Katharina Peters mit ihrem neuesten Krimi um Hauptkommissarin Romy Beccare abgeliefert. Bereits beim ersten Satz fühlte ich mich in die düstere Geschichte hineingezogen – als wäre ich selbst in dem unerforschten Kreidemuseum auf Rügen, in dem sich die Unglaublichkeiten entfalten.
In dieser packenden Erzählung wird die Leiche der ehemaligen Polizistin Julia Schorrer gefunden – eine Frau, die vor zwölf Jahren in einen Skandal verwickelt und seither verschwunden war. Mit einer raffinierten Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart konfrontiert uns Peters nicht nur mit der Wiederentdeckung einer intriganten Mordserie, sondern auch mit dem persönlichen Dilemma von Romy Beccare, deren Ehemann einst mit dem Mordopfer ein Verhältnis hatte. Hier wird es schon emotional: der Strudel aus Erinnerungen, Loyalität und schrecklichen Geheimnissen zieht einen schnell in seinen Bann.
Die Charaktere sind lebendig und vielschichtig. Romy Beccare ist eine Protagonistin, die einem ans Herz wächst, mit all ihren Zweifeln, Ängsten und der Entschlossenheit, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Katharina Peters hat es geschafft, ihre innere Zerrissenheit greifbar zu machen, und ich konnte mit ihr fühlen, als sie sich durch das Dickicht aus Lügen und Korruption manövrieren musste. Besonders beeindruckt war ich von der Komplexität ihrer Beziehungen – hier wird nicht einfach gut gegen böse gespielt.
Was den Schreibstil betrifft, so bringt Peters eine erfrischende Leichtigkeit mit, die dem Leser das Lesen fast wie ein unterhaltsames Gespräch vorkommen lässt. Ihre Beschreibungen sind anschaulich, ohne überflüssig zu sein, und der Humor, der ab und zu durchschimmert, macht die düstere Szenerie etwas greifbarer. Ich habe das Buch an einem Wochenende förmlich verschlungen, die Abschnitte flogen nur so dahin.
Allerdings gibt es auch einen kleinen Wermutstropfen: Einige Plotwenden fühlen sich inkonsistent an und können die Leser*innen etwas verwirren, wenn sie nicht achtsam sind. Die Auflösung kam mir zudem in einigen Aspekten etwas holprig vor und hätte meiner Meinung nach mehr Tiefe vertragen können.
Insgesamt hat „Kreidemord“ jedoch mehr Stärken als Schwächen. Mit einem cleveren Plot, tiefgreifenden Charakteren und einem fesselnden Schreibstil ist dieser Thriller eine klare Empfehlung für alle, die das Genre lieben. Ich gebe „Kreidemord“ von Katharina Peters 4 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐.
Taucht ein in die spannenden Mysterien von Rügen und erlebt hautnah, wie aus Kreide Morde werden!