Rezension zu „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ von Heinz Strunk
Wenn man den Titel „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ das erste Mal liest, könnte man denken, das ist das Lebensmotto eines jeden Vorstadtbewohners, der sich nach dem nächsten kurzweiligen Abenteuer sehnt – oder zumindest nach dem nächsten Wochenende in der Kneipe. Heinz Strunk schafft es in seinem neuesten Werk, die Leser:innen in eine Welt zu entführen, die schaurig und gleichzeitig absurd komisch ist. Man fragt sich unweigerlich: Wie kann man aus solcher tristen Realität so viel Humor schöpfen?
Die Handlung dreht sich um skurrile Begebenheiten in einer Vorortsiedlung, wo merkwürdige Krankheiten und düstere Nachbarn an der Tagesordnung sind. Plötzlich wird man mit Paartragödien und familiären Desastern konfrontiert, die gleichzeitig einen bitteren Geschmack und einen bitteren Schmunzler hervorrufen. Angefangen bei einem verstorbenen Mann, dessen Grabstein zum Objekt des Gespötts wird, bis hin zu einer Frau, die nach einer Nasen-OP unversehens in den Fängen eines fragwürdigen Schönheitschirurgen landet – jeder dieser Momente zieht einen in den Bann.
Strunks Schreibstil ist unverwechselbar – eine Mischung aus spritzigem Witz und gleichzeitig scharfer Sozialkritik, die einen oft zum Lachen und manchmal zum Nachdenken bringt. Er versteht es meisterhaft, dunkle Themen mit einer Leichtigkeit zu behandeln, die die Leser:innen den Schmerz der Realität fast vergessen lässt. Man könnte sagen, sein Humor ist wie ein guter Rotwein: Man muss ihn genießen und manchmal macht er einen berührt.
Ein Highlight für mich war die schlagfertige Sprache, die Strunk verwendet. Die Dialoge sind knackig, die Beschreibungen bizarr und doch so vertraut, dass man sich fragt, ob man nicht vielleicht selbst schon mal in einer ähnlichen Situation war.
Kritikpunkte? Nun, der Humor ist nicht jedermanns Sache. Manchmal übertreibt Strunk ein wenig mit der Absurdität, und nicht alle Geschichten fügen sich nahtlos zusammen. Aber gerade das Unberechenbare macht das Lesen spannend; man weiß nicht, was als Nächstes kommt.
Insgesamt ist „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ eine erfrischende Lektüre, die einem den Spiegel vors Gesicht hält und gleichzeitig das Zwerchfell kitzelt. Also, schnapp dir das Buch, setz dich in die nächste Vorstadt-Kneipe und lass dich von Strunks Welt entführen – es könnte die unterhaltsamste Reise deines Lebens sein.
Fazit: Wer Gesellschaftskritik mit einem scharfen Witz und einer Prise Dunkelheit mag, wird dieses Buch lieben. Für alle anderen: einfach mal ausprobieren! ⭐⭐⭐⭐✰