In „GIPFELpink“ nimmt uns Stina Jensen mit auf eine Reise nach Teneriffa, die alles andere als das paradiesische Bild von Sonne, Strand und Entspannung aufzeigt. Stattdessen begegnen wir Susa, die an ihrem Geburtstag von ihrem Ehemann Tobi enttäuscht wird, der sich wieder einmal der Arbeit über die gemeinsame Zeit stellt. Der impulsive Entschluss, eine Single-Reise nach Teneriffa zu buchen, scheint zunächst wie eine Flucht, doch die Realität präsentiert sich anders: Wandern auf dem Vulkan statt Ausruhen am Strand – ein echter Wendepunkt in ihrem Leben.
Die Autorin versteht es, die innere Zerrissenheit Süßas spürbar zu machen. Ihre Suche nach Selbstwert und das Aufeinandertreffen mit dem charmanten Sebastian beleuchten nicht nur ihre verletzliche Seite, sondern auch tiefere Fragen nach der Treue und der Liebe. Während Susa in der atemberaubenden vulkanischen Landschaft umherwandert, wird die Beziehung zu Tobi auf die Probe gestellt. Seine Unsicherheit und verletzliche Eigenschaft, die aus der Ferne spürbar sind, geben dem Leser mehrere Facetten der Beziehung zu entdecken. Jensen gelingt es, die Gefühlswelt der Charaktere so einzufangen, dass man als Leser immer wieder innehalten muss, um über eigene Beziehungen nachzudenken.
In der Bildsprache der Autorin schimmern lebendige Farben hervor, die die Landschaft Teneriffas, das beruhigende Grün der Berge und das intensive Pink der Blüten zu einem eindrücklichen Erlebnis machen. Jeder Schritt, den Susa in dieser neuen Welt wagt, bringt sie nicht nur den Gipfeln näher, sondern auch zu sich selbst. Hier entfaltet Jensen eine bemerkenswerte Leichtigkeit, die den Leser glatt mit auf den Wanderweg zieht. Die Dialoge sind lebhaft und authentisch; die Tiefe der Charaktere wird nicht nur durch ihre Handlungen, sondern auch durch ihre Gedanken und Ängste greifbar, was das Leseerlebnis umso intensiver gestaltet.
„GIPFELpink“ ist ein Roman, der trotz der Kulisse der Natur stark im Inneren spielt. Stina Jensen zeigt uns nicht nur die Höhen und Tiefen der Beziehungen, sondern auch, wie wichtig es ist, sich selbst neu zu entdecken, wenn das Leben uns mit unerwarteten Herausforderungen konfrontiert. Diese Geschichte ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch eine Reise zu den eigenen Wünschen und Bedürfnissen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch auf seine unaufdringliche Weise anspricht und eine reflektierte Perspektive auf die Liebe und Selbstfindung bietet. Während Susa und ihre Gefährten auf unerwartete wie auch tiefgründige Begegnungen stoßen, nimmt der Leser an dieser herzerwärmenden Erzählung teil, die sowohl zum Nachdenken anregt als auch den Wunsch weckt, den eigenen „Gipfel“ zu erklimmen.