Rezension zu „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ von Susanne Abel
Ah, das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen! Von der ersten Seite an spürt man die zärtliche Verbindung zwischen Hartmut und Margret. Es ist eine Geschichte, die unter die Haut geht und den Leser:innen den Atem raubt – die Kindheit, gezeichnet von Krieg, Verlust und einer unermüdlichen Hoffnung auf Liebe und Zugehörigkeit.
Im Fokus stehen Hartmut, ein mutiger kleiner Junge ohne Namen und Vergangenheit, und Margret, die kämpferische Kriegswaise, die immer bereit ist, ihn zu beschützen. Zusammen träumen sie davon, eine normale Kindheit zu haben, während sie im strengen katholischen Kinderheim leben. Die ergreifende Dynamik ihrer Beziehung ist der Herzschlag dieses Romans – ihre Gespräche, ihre kleinen Geheimnisse und der innige Wunsch, gemeinsam stark zu sein.
Susanne Abels Schreibstil ist flüssig und einladend, mit einem Hauch von melancholischem Humor, der perfekt zur ernsten Materie passt. Die Dialoge sind lebendig und fesselnd, und ich konnte nicht anders, als beim Lesen einige Tränen zurückzuhalten, während ich mit Hartmut und Margret gelitten habe.
Ein kleiner Kritikpunkt? Manchmal sind die Übergänge zwischen den Zeitperioden etwas abrupt, was den Lesefluss minimal stören kann. Aber das ist nur ein kleines Manko in einem ansonsten packenden und emotionalen Werk.
Fazit: „Du musst meine Hand fester halten“ ist ein bewegender Familienroman, der die Komplexität von Traumata über Generationen hinweg eindringlich behandelt. Wer Geschichten über Liebe, Verlust und den Kampf um Identität schätzt, wird hier definitiv fündig.
⭐⭐⭐⭐ (4 von 5 Sternen)