In „Bloody Rosemary“ von Katharina M. Mylius tauchen wir ein in die faszinierende, aber auch dunkle Welt der Gourmetküche in Oxford. Die Geschichte beginnt mit dem schockierenden Mord an Rosemary Hogan, einer renommierten Sterneköchin, die blutüberströmt in ihrer eigenen Küche aufgefunden wird. Schon im ersten Kapitel wird die Szenerie lebendig: das Aroma von Gewürzen, das Klingen von Messern und die Hektik der Gastronomie sind spürbar, während gleichzeitig eine bedrohliche Spannung greifbar wird.
Die Protagonisten, Inspectors Heidi Green und Frederick Collins, sind vielschichtige Charaktere, deren Professionalität und persönliche Hintergründe geschickt miteinander verwoben werden. Heidi bringt einen scharfen Instinkt und eine Leidenschaft für gutes Essen mit, während Collins eher analytisch und zurückhaltend agiert. Diese konträren Eigenschaften führen zu spannenden Dialogen und einer Dynamik, die das Leserinteresse fesselt. Die Ermittlungen decken nicht nur dunkle Geheimnisse innerhalb der Gastronomie auf, sondern gestatten auch einen Blick hinter die Kulissen der elitären Dining Society des Queen’s College.
Mylius’ Schreibstil ist prägnant und bildhaft, was das Eintauchen in die Welt von Oxford erleichtert. Ihre Beschreibungen der Gerichte und kulinarischen Techniken sind so lebendig, dass man fast die Aromen auf der Zunge spüren kann. Die Autorin weiß, wie sie Spannung aufbaut, ohne dabei auf abrupten Cliffhanger zurückgreifen zu müssen. Stattdessen entfaltet sich die Geschichte durch subtile Hinweise und charakterliche Entwicklungen. Die Vorurteile und Rivalitäten innerhalb der Gastronomieszene werden eindringlich beleuchtet und tragen zur Komplexität der Handlung bei.
Besonders charmant ist der Anhang des Buches, der einige traditionelle Rezepte aus Oxfordshire enthält. Dies gibt dem Leser nicht nur die Möglichkeit, die heimische Küche zu erkunden, sondern lässt auch die enge Verzahnung von Kulinarik und Krimi auf ansprechende Weise erfahrbar werden.
„Bloody Rosemary“ bietet somit nicht nur einen spannenden Kriminalfall, sondern auch ein gelungenes Porträt der kulinarischen Kultur Oxfords. Das Buch ist wie ein delikates Menü: Jeder Gang ist präzise zubereitet und von feinen Aromen durchzogen, die das Lesevergnügen bereichern. Ein Genuss für alle, die sich für die feine Küche und das Raffinierte im Verborgenen interessieren, aber auch für Krimifans, die mehr als nur einen einfachen Mord suchen.