Transparenz beim Fischkauf – Was Verbraucher wissen sollten
Hamburg (ots) – Fisch und Meeresfrüchte gelten im Supermarkt als eines der transparentesten Lebensmittel. Die Informationen zur Herkunft, Fangmethode und Aufzucht sind klar geregelt und bieten Verbrauchern die Möglichkeit, informierte Kaufentscheidungen zu treffen.
Herkunft und Kennzeichnung
Wer Fisch kauft, erhält eine Vielzahl an Informationen auf einen Blick. Die Kennzeichnung ist in der EU eindeutig geregelt und gehört zu den umfassendsten im Lebensmittelbereich. Ziel dieser Regelungen ist es, Transparenz zu schaffen und Verbrauchern die Kaufentscheidung zu erleichtern. Julia Steinberg-Böthig, Ernährungswissenschaftlerin und Pressesprecherin des Fisch-Informationszentrums e.V. (FIZ), erklärt:
„Fisch ist bei der Kennzeichnung tatsächlich ein Vorreiter. Auf jeder Verpackung müssen unter anderem die Handelsbezeichnung, die Produktionsmethode (Wildfang oder Aquakultur), das Fanggebiet und die Fangmethode angegeben werden. Diese Angaben helfen Verbrauchern dabei, bewusst zu wählen.“
Sie ergänzt, dass für viele Verbraucher die Herkunft des Produkts ein wichtiger Anhaltspunkt beim Kauf ist.
Wildfang und nachhaltige Bedingungen
Beim Wildfang sorgen feste Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeit und Verantwortung. Dr. Stefan Meyer, Meeresbiologe und Geschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels e.V., erläutert:
„Fangquoten, internationale Abkommen und wissenschaftliche Empfehlungen bilden die Grundlage für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Bestände.“
Dies wird durch Kontrollen entlang der Lieferkette gewährleistet, sodass die Informationen auf Verpackungen auf wissenschaftlichen Grundlagen beruhen.
Aquakultur: Zertifizierungen für Vertrauen
Die Bedeutung der Aquakultur wächst weltweit. Petra Weigl, FIZ-Vorstands-Vorsitzende, betont, dass viele Unternehmen heute umfassende Zertifizierungsstandards einhalten, die alle Aspekte der Produktion und Verarbeitung auditieren.
„Klar definierte Standards schaffen Transparenz und geben Verbrauchern Sicherheit bei Herkunft und Qualität,“
sagt Weigl weiter und fügt hinzu, dass verantwortungsvolle Aquakultur notwendig ist, um die Nachfrage nach hochwertigem Protein langfristig zu decken.
Rückverfolgbarkeit und digitale Dokumentation
Die Transparenz erstreckt sich über die gesamte Lieferkette. Dr. Meyer erläutert, dass viele Fischprodukte lückenlos zurückverfolgt werden können:
„Digitale Dokumentationssysteme und standardisierte Prozesse sorgen dafür, dass Informationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhalten bleiben.“
Dies ermöglicht es Verbrauchern, sich auf die Nachvollziehbarkeit der Herkunft zu verlassen.
Zusätzliche Orientierung durch Labels
Zusätzlich zur verpflichtenden Kennzeichnung unterstützen freiwillige Siegel die Verbraucher. Zertifikate wie Marine Stewardship Council (MSC) und Aquaculture Stewardship Council (ASC) signalisieren, dass Produkte nach definierten ökologischen und qualitativen Standards erzeugt wurden. Ein Blick auf Fanggebiet und Produktionsmethoden bietet bereits eine nützliche Orientierung.
Zusammenfassung
Insgesamt zeigt sich, dass Verbraucher beim Kauf von Fisch auf ein hohes Maß an Transparenz vertrauen können. Die Vielzahl an verpflichtenden Angaben sowie die ergänzenden Siegel ermöglichen eine bewusste Entscheidung in Bezug auf Herkunft, Produktionsmethoden und Nachhaltigkeitsaspekte.
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