NDR-Test zeigt PFAS in Backpapierprodukten
Hamburg (ots) – Der NDR hat vier Backpapiermarken auf Schadstoffe getestet und dabei PFAS in allen geprüften Produkten nachgewiesen.
Risiken der Schadstoffe
Das unabhängige Labor Dekra fand in den Backpapieren der Marken Toppits, Fredmann und Priva die Schadstoffe PFAS der Untergruppe FTOH, wobei die höchste Konzentration im Priva-Backpapier festgestellt wurde. Diese Stoffe sind leicht flüchtig und können schnell in die Raumluft übergehen. FTOH stehen im Verdacht, gesundheitliche Probleme zu verursachen und sind nicht durch Grenzwerte reguliert.
Herstellerreaktionen
Der Hersteller Melitta äußert sich überrascht über den Befund bezüglich seiner Marke Toppits und betont: „Seit vielen Jahren stellen wir unsere Produkte ohne PFAS her.“ Melitta plant, die Produkte nach der Einstufung der Dekra-Analysen als „nicht mehr zeitgemäß“ erneut zu untersuchen.
„Unsere eigenen, streng durchgeführten Tests zeigen keinerlei PFAS-Belastung des Produkts.“ – Fredmann
Netto-Markendiscount erklärt, dass das Priva-Backpapier ohne PFAS hergestellt werde, jedoch Spuren von Fluorchemikalien aufweisen könne, die natürlichen Ursprungs seien.
Alternative Silikonbackmatten
Zusätzlich untersuchte der NDR Silikonmatten, die als Alternative zum Backpapier dienten. In diesen Produkten wurden keine PFAS gefunden, jedoch Spuren von „flüchtigen Stoffen“ festgestellt. Stella Merkel, Prüfbereichsleiterin bei Dekra, beschreibt die Problematik: „Bei der Herstellung von Silikon werden viele Lösungsmittel und Zusatzmittel benutzt und diese muss man eigentlich austreiben.“
Die Silikonmatte von Xavax überstieg knapp den Grenzwert, darf jedoch weiterhin verkauft werden. Xavax verweist auf eine technische Dokumentation, die die Einhaltung der EU-Anforderungen belegt.
Die Produkte von Kaiser und Temu lagen innerhalb der erlaubten Grenzwerte.
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